Die Schülerinnen mit Mitarbeitenden des Hospizes/ Foto: Gemeinschaftshospiz Christophorus

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Montag, 30. Oktober 2017
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Das Projekt »Hospiz trifft Schule«

Dankbarkeit selbst für die kleinsten Dinge

"Durch den Umgang mit sterbenden Menschen lerne ich viel fürs Leben."So beschreibt eine Schülerin des Hans-Carossa-Gymnasiums ihre Erfahrungen im Hospiz. Sie gehört zu den Schülerinnen, die sich im Rahmen der AG Soziales Engagement im zurückliegenden Schuljahr 2016/17 für das Projekt »Hospiz trifft Schule« entschieden haben. Sie kommen seit Februar einmal in der Woche für circa zwei Stunden in unsere Einrichtung, das Gemeinschaftshospiz Christophorus in Kladow, und betreuen gemeinsam mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor Ort die schwersterkrankten und sterbenden Patienten, begleiten sie und ihre Angehörigen in vielfältiger Weise in ihrem schwierigen Alltag. Die Schülerinnen verteilen frische Rosen in den Zimmern, gehen mit den Patienten auf Wunsch spazieren oder unterstützen das ehrenamtliche Team beim sonntäglichen Café. Am frühen Nachmittag bieten sie mit unserem neuen Teewagen Getränke an. Dabei entstehen viele Gespräche.

Das Hospiz ist nicht nur ein Ort der Traurigkeit und des Abschieds. Hier wird auch gelacht, auch mit den Patienten. »Mir war nicht bewusst, wie viele positive Stimmungen im Hospiz sind«, schreibt eine Schülerin an die Projekttafel. Wie viele Menschen verband sie vor allem die Trauer über den bevorstehenden Tod und das Gehenmüssen mit diesem Ort. Das Hospiz ist vor allem ein Ort des Lebens, wenn auch der letzten Lebensphase. Eine sehr intensive Zeit für alle – die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die betreuten Patienten, ihre Familien, die Schülerinnen. Diese werden beim Projekt immer von einem ehrenamtlichen Paten oder einer ehrenamtlichen Patin begleitet. Die Patienten und Patientinnen nehmen die Angebote der Schülerinnen mit sehr großer Dankbarkeit an. »Am meisten beeindruckt mich die große Dankbarkeit, die uns die Patienten selbst für die kleinsten Dinge entgegenbringen«, berichtet eine Schülerin. In diesen Momenten des Beisammenseins können auch die schwersterkrankten Menschen vergessen, warum sie zu uns ins Hospiz gekommen sind, und die unmittelbaren Begegnungen mit den Schülerinnen genießen.

Das Projekt wird begleitet von der Koordinatorin des Hospizes, Birgit Kuban, und der Sozialarbeiterin am Gymnasium, Anja Müller. Auf dem Sommerfest im Juli in Kladow präsentierten sich das Gymnasium und das Hospiz mit einem gemeinsamen Stand. Das neue Projekt traf auf sehr großes Interesse bei den Besuchern und Besucherinnen. Das Kooperationsprojekt, das auf Initiative der Schule ins Leben gerufen wurde, ist für beide Seiten eine große Bereicherung und soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

 

Anne-Susanna Dresske

 

Wissenswertes

Für weitere Fragen zum Projekt wenden Sie sich gerne an: Birgit Kuban, Tel.: 030 36 50 99 12 oder Anja Müller, Tel.: 0151 62 92 11 68

 

Der Beitrag ist zuerst im Paritätische Rundbrief September 2017 erschienen.

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