Rathaus Friedenau, Bild: Anne Sauer

Thomas Moser Sozialraumorientierung Tempelhof-Schöneberg
Sonntag, 15. Dezember 2013
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Thomas Moser Sozialraumorientierung Tempelhof-Schöneberg

Ein Fachtag: 10 Jahre Sozialraumorientierung

... in Tempelhof-Schöneberg

Vor über zehn Jahren hat sich das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg auf den Weg gemacht, um die Arbeit rund um die Jugendhilfe fachlich zu qualifizieren. Zehn Jahre nach dem offiziellen Start der Sozialraumorientierung lud die Region Schöneberg-Nord nun zu einer Fachtagung langjährige überregionale und besonders regionale Partner ein. Es sollte ein kleiner Einblick in die damalige Aufbruchstimmung vermittelt werden.

Der Jugendamtsleiter von Tempelhof-Schöneberg, Wolfgang Mohns, eröffnete die Veranstaltung, zu der sich circa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Pestalozzi-Fröbel-Haus eingefunden hatten. Besonders begrüßte er den damaligen Jugendamtsleiter, Henning Till, der die Sozialraumorientierung (SRO) federführend mitgestaltet hat.

Wolfgang Mohns zeigte auf, dass der Prozess nicht immer einfach war, zumal sozialpädagogisches Denken auf den Prüfstand gestellt wurde. Für Wolfgang Mohns ist es wichtig zu überdenken, was sich bewährt hat oder wo Veränderungsbedarfe sind. Im kleinen Ausblick zeigte Mohns auf, dass geplante künftige Veränderungen im Jugendamt die Regionalität beibehalten werden.

Von der gesamtstädtischen Jugendhilfeplanung spannte Volker Brünjes einen Bogen von den ersten Überlegungen hin zu aktuellen Vorhaben, Teile des SGB VIII hinsichtlich einer sozialraumbezogenen trägerspezifischen Auswahl anzupassen. Volker Brünjes zeigte auf, dass Sozialraumorientierung ein Fachkonzept ist, das an die Haltungen und Sichtweisen der professionellen Akteure anknüpft. So ist ein Großteil der Berliner Projektmittel in Fortbildung und Training von Kolleginnen und Kollegen geflossen. Aber auch die Organisationsstruktur der Jugendämter hat sich verändert. Die SRO hat sich dann in der Ausformung in den Bezirksämtern jedoch sehr unterschiedlich entwickelt. Volker Brünjes findet es problematisch, dass teilweise in der Umsetzung der Sozialraumorientierung der Pragmatismus um sich greift. Nach wie vor ist für Brünjes Sozialraumorientierung als Fachkonzept für die Zukunft der Jugendhilfe unverzichtbar.

Die Regionalleiterin von Schöneberg-Nord im Jugendamt, Beate Lubitz, war von Anfang an dabei. Sie blickte mit Stolz auf die zehnjährige Entwicklung zurück und betonte die Wichtigkeit der Erhaltung des Gesamtkonzepts und ist „neugierig auf die Zukunft.“ Ein Mann der ersten Stunde ist auch der Hausherr des Veranstaltungsortes und Geschäftsführer vom Nachbarschafts- und Familienzentrum „Kiezoase“, Gert Schmitt. Als Zeitzeuge zeigte er einige Schlaglichter auf: „SRO ist gelungen, in Tempelhof-Schöneberg und in Schöneberg Nord in einer besonderen Weise!“ Gert Schmitt sieht die Region in Sachen Sozialraumorientierung in einer „Pole Position“ und verwies auf die vielfältige praktische Vernetzung. Als Trägervertreter betonte Schmitt: „Ein Erfolg der SRO ist auch die verbindliche Zusammenarbeit der regionalen Schwerpunktträger.“ Besonders wichtig sei aber die steuernde Funktion des Jugendamtes.

Zur Riege der Freien Träger beim Start zählte „Jugendwohnen im Kiez“. Helmut Wittmann vom Träger erzählte, dass er die Sozialraumbegehungen am Anfang „besonders spannend“ fand: „Wichtig für den fachlichen Streit ist auch, dass es für die Träger eine gewisse Sicherheit gibt“. Zur Vernetzung erläuterte Wittmann: „Alleine würde Jeder nur blind dastehen!“

Vom Quartiersmanagement-Team Schöneberg Nord erläuterte Peter Pulm die wichtigsten Handlungsfelder: „Ein wichtiges Handlungsfeld ist Bildung und Jugend. Sozialraumorientierung ist dabei ein wichtiger Schlüssel.“ Für Pulm ist eindeutig: „Ohne Partner kann man im Quartier nichts erreichen!“

Vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit stellte Reinhilde Godulla den Kiezatlas und die neuesten Entwicklungen vor: „Auch der Kiezatlas feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Der Kiezatlas ist aus den Anfängen der Sozialraumorientierung entstanden.“ Reinhilde Godulla erzählte, wie von der „Netti Internetwerkstatt“ Kinder und Jugendliche in den Anfängen mit einbezogen worden sind. Der Kiezatlas hat schon selbst einige „Kinder“ bekommen. Die meisten Berliner Jugendämter haben den Kiezatlas für sich erobert, Berlin ist mit dem Ehrenamtsatlas gestartet und der Köln-Atlas ist neben vielen anderen „Abkömmlingen“ entstanden.

Viele andere Vertreter der Träger und des Jugendamtes bereicherten den Fachtag mit angeregten Diskussionsrunden. Durch die gelungene Veranstaltung, die im Pestalozzi-Fröbel-Haus stattfand, führte Maria Frerichs von Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg.

Der Beitrag erschien zuerst im Original in der KiTS-Zeitung, Ausgabe 766 vom 03. Dezember 2013

Der Autor:
Thomas Moser arbeitet im Fachcontrolling des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg und ist Mitglied der KiTS-Redaktion 

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