Elterngesprächsgruppe – eine der Angebote bei SHIA. Foto: SHIA e.V.

Martina Krause Hilfen zur Erziehung Kinderschutz Eltern Wissenschaft Fachöffentlichkeit & Politik Top-Beitrag
Mittwoch, 31. Januar 2018
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Martina Krause Hilfen zur Erziehung Kinderschutz Eltern Wissenschaft Fachöffentlichkeit & Politik Top-Beitrag

Ein Ort für Alleinerziehende in Berlin

Berlin ist die Hauptstadt der Alleinerziehenden – SHIA ein Ort für sie

Jede dritte Familie mit minderjährigen Kindern ist in Berlin eine sogenannte Ein-Eltern-Familie. Das ist Ansporn und Herausforderung für die seit 1990 existierende SelbstHilfeInitiative Alleinerziehender e.V. (SHIA). Die Einrichtung bietet vielfältige Unterstützungsangebote, seien es thematische Gruppen, Workshops, Infoveranstaltungen, Sozial- und Rechtsberatungen oder ergänzende Kinderbetreuung außerhalb der Kita- und Hortöffnungszeiten. Doch auch der Austausch untereinander und die Vernetzung, z.B. beim Stammtisch für Alleinerziehende, beim Sonntagsfrühstück für Eltern und Kinder oder der Gruppenreise in den Sommerferien, sind wichtige Bestandteile der Arbeit. Dabei machten die SHIA-Mitarbeiterinnen die Erfahrung, dass die Familienform „alleinerziehend“ wie ein Seismograf für soziale Probleme in dieser Stadt ist – denken wir nur an Themen wie ergänzende Kinderbetreuung und den angespannten Wohnungsmarkt. Neben den konkreten Angeboten versteht sich SHIA als Lobby und trägt die Erwartungen und Bedarfe der Mütter und Väter in die familien- und frauenpolitischen Gremien.

Dr. Martina Krause, Mitgründerin und Geschäftsführerin von SHIA, sprach mit Kerstin Butenhoff, Alleinerziehende mit zwei Kindern, über ihre Erfahrungen und Wünsche.

Wie bist du auf SHIA aufmerksam geworden? Und warum hast du dich an uns gewandt?

Butenhoff: Ich benötigte nach der Trennung von meinem Ehemann rechtliche Beratung in einigen finanziellen Punkten. Locker saß das Geld nicht und mir war klar, dass ich keinen dauerhaften Beistand, sondern nur eine kurze Erläuterung brauche. Bei meiner Internetrecherche bin ich dann auf die Webseite von SHIA gestoßen. Hier gibt es kostenlose Beratungsangebote von Rechtsanwältinnen, das habe ich genutzt, da war der Verein für mich genau der richtige Anlaufpunkt.

Als ich dann bei SHIA war, habe ich durch Flyer und Plakate gesehen, was sie noch alles anbieten. Das hat mich beeindruckt. Ich habe verschiedene Angebote genutzt und dann beschlossen, dass ich den Verein auch durch eine Mitgliedschaft unterstützen möchte.

Welche Angebote hast du bislang genutzt?

Butenhoff: Ich habe bisher ganz unterschiedliche Angebote genutzt: die anwaltliche Kurzberatung, eine Wochenend-Gruppenreise mit einem Seminar für die Mütter und jeder Menge Freizeit für die Kinder, einen Wellnesstag, bei dem es für wenig Geld eine Massage und eine Kosmetikbehandlung gab, einen Kurs für mich und meine Kinder, der ihnen Lernstrategien an die Hand gibt, und einzelne Informationsveranstaltungen.

 

Das Team des SHIA e.V.. Foto: Angelika Enzenberger


Was schätzt du an unserer Einrichtung?

Butenhoff: Ich habe den Eindruck, dass man bei SHIA für mich und meine Anliegen immer ein offenes Ohr hat. Anregungen werden angenommen, Fragen schnell und nett beantwortet. Ich habe dort tolle, starke Frauen kennenlernen können. Mit einigen bin ich inzwischen auch befreundet.

Was wünschst du dir an zusätzlichen Unterstützungsmöglichkeiten?

Butenhoff: Ich vermisse Angebote für größere Kinder. Gerade in der Pubertät wird das Thema Ein-Eltern-Familie noch einmal an ganz neuen Fronten aktuell. Hier wünsche ich mir Gesprächskreise oder ähnliches. Auch Ausflüge oder ähnliches könnten vielleicht noch ein bisschen nach Alter sortiert angeboten werden. Und ja, ich würde gern mal einen Flohmarkt bei SHIA veranstalten.

Was möchtest du, was wir den politisch Verantwortlichen in dieser Stadt übermitteln?

Butenhoff: Dass es wichtig ist, Ein-Eltern-Familien finanziell zu unterstützen. Wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, ist das teuer. Familientickets lohnen sich meist erst, wenn mindestens zwei Erwachsene oder mehr als drei Kinder in der Gruppe unterwegs sind. Als Mutter mit zwei Kindern zahle ich in Museen usw. oft Maximal-Preise. Das ärgert mich.

Und es braucht flexible Joblösungen: 40-Stunden-Wochen sind manchmal einfach nicht machbar, so sehr man auch möchte – und ich mache meinen Job wirklich gern. Ein Stundenkonto, flexibel anpassbare Wochenarbeitszeiten oder ähnliches wären toll!

Wissenswertes

Mehr über die Arbeit von SHIA finden Sie unter www.shia-berlin.de

SelbstHilfeInitiative Alleinerziehender e.V. (SHIA), LV Berlin
Rudolf-Schwarz-Str. 31, 10407 Berlin
Tel. 030 425 1186
E-Mail: kontakt(at)shia-berlin.de

Autorin:

Dr. Martina Krause ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von SHIA.

Der Beitrag ist zuerst im Paritätischen Rundbrief 4 / 2017 (PDF) erschienen.

 

 

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