Seit dem 1. Oktober können Lesben und Schwule in Deutschland heiraten. Foto: Thomas Rieß

Nina Peretz
Nina Peretz Eltern Fachöffentlichkeit & Politik
Mittwoch, 07. Februar 2018
0
Nina Peretz Eltern Fachöffentlichkeit & Politik

Erste Adoption durch gleichgeschlechtliches Paar

„Ehe für alle“ schafft Rechtssicherheit für Regenbogenfamilien

Anfang Oktober 2017 konnte erstmals in Deutschland ein gleichgeschlechtliches Paar gemeinsam ein Kind adoptieren. Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg teilte dem Ehepaar Michael und Kai Korok mit, dass dem Antrag auf Adoption ihres jüngsten Pflegekindes Maximilian zugestimmt wird. 

Am 1. Oktober 2017 ist das „Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ in Kraft getreten. Für verheiratete Lesben oder Schwule gilt nunmehr § 1742 Abs. 2 Satz 2 BGB, wonach eine gemeinschaftliche Adoption eines Kindes möglich ist.

„Das ist ein wichtiger Schritt für die rechtliche Absicherung von Regenbogenfamilien in Deutschland“, sagt Jörg Steinert, Geschäftsführer und Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. „Dies zeigt auch, dass die ‚Ehe für alle‘ nicht nur symbolisch ist, sondern unmittelbare rechtliche Auswirkungen hat.“

Das Ehepaar Korok ließ seine Eingetragene Lebenspartnerschaft im Standesamt Marzahn-Hellersdorf am 2. Oktober 2017 in eine Ehe umwandeln. Die Ehe-Urkunde reichten sie am 4. Oktober 2017 beim zuständigen Familiengericht ein, das daraufhin der gemeinsamen Adoption von Maximilian zugestimmt hat. Maximilian lebt seit seiner Geburt als Pflegekind in der Familie Korok. Bereits seit längerem bemühten sich Kai und Michael Korok um die gemeinschaftliche Adoption. Aufgrund der diskriminierenden Gesetzgebung beabsichtigten sie sogar Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Mit der „Ehe für alle“ konnte eine erneute Auseinandersetzung zur Beendigung der staatlichen Diskriminierung von Lesben und Schwulen vor dem höchsten deutschen Gericht vermieden werden.

Einer der beiden Adoptivväter, Michael Korok, ist Vorstandsmitglied des LSVD Berlin-Brandenburg e.V. Vor allem mit seinem Regenbogenfamilienzentrum setzt sich der Verband dafür ein, dass Lesben, Schwule und ihre Kinder als gleichwertige Familien anerkannt werden und gleiche Rechte wie heterosexuelle Familien erhalten. Damit werden Sie der Tatsache gerecht, dass immer mehr Lesben und Schwule in Deutschland mit ihren Kindern in Regenbogenfamilien leben.

Das Regenbogenfamilienzentrum wurde – als erstes in Deutschland – im Mai 2013 eröffnet. Lesbische, schwule, bisexuelle und transidente Menschen mit Kindern finden in dem Zentrum eine Anlaufstelle mit Beratungs-, Bildungs- und Gruppenangeboten. Sie werden zum Beispiel zu den Themen Kinderwunsch oder Adoption beraten und erhalten Unterstützung bei ihrem Coming-out oder bei Diskriminierungsfällen. Zudem gibt es regelmäßige Treffpunkte wie eine Kinderwunschgruppe, eine Krabbelgruppe für Regenbogenkinder, einen Spielnachmittag für Regenbogenfamilien mit Pflegekindern und vieles mehr. Auch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Interessierte können Informationen erhalten und Fortbildungen nutzen.

 

Mehr: www.regenbogenfamilienzentrum.de


Autorin:

Nina Peretz ist stv. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Paritätischen Berlin und Redakteurin des Rundbriefs.

Der Beitrag ist zuerst im Paritätischen Rundbrief 4 / 2017 (PDF) erschienen.

Datenschutz und rechtliche Hinweise
Datenschutzbericht - 20.8.2018, 22:08:45
Https ist nicht aktiv
Datenbank ist auf dem gleichen Server
Cookies können akzeptiert oder verweigert werden AkzeptierenVerweigernCookies werden akzeptiert Cookies werden verweigert
Suchmaschinen indexieren keine Kommentare
Datenschutz könnte besser sein (50%)
2
Software policy
Diese Software hat keine bekannten Hintertüren oder Verletzbarkeiten die es Dritten erlauben würden Ihre Daten zu kopieren. Mehr zum Datenschutz dieser Kommentar- und Bewertungssoftware: www.toctoc.ch
Beitrag bewerten
Noch nicht bewertet.

keine.

Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar
Vorschau wird geladen ...
*: Pflichtfeld

Auf Facebook kommentieren

Ähnliche Artikel

16.08.2018|
Redaktionsteam Fachöffentlichkeit & Politik Jugendarbeit

T_Rest – Wie geht es weiter?

13.08.2018|
Sabine Tönnis Blick über Berlin hinaus Qualifizierung & Fachlichkeit Fachöffentlichkeit & Politik Top-Beitrag

Israel-Fachkräfteaustausch Berlin – Tamra

09.08.2018|
Lokales Bündnis für Familie in Reinickendorf-Ost Stadtteilarbeit Kinder & Jugendliche Eltern Fachöffentlichkeit & Politik Reinickendorf Alltag in der Jugendarbeit

Erfinder-Workshop im Haus am See