Autorin Anne Beyer traf die Schauspielerin und Schirmherrin von jugendnotmail.de Janina Uhse zum Interview.

Anne Beyer
Anne Beyer Steglitz-Zehlendorf
Mittwoch, 29. Januar 2014
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Anne Beyer Steglitz-Zehlendorf

Interview mit Janina Uhse – jugendnotmail

Seit Anfang 2008 spielt Janina Uhse in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ die Rolle der Jasmin Le Roy (zuvor Jasmin Nowak und Jasmin Flemming). Bereits als Kind konnte die heute 24-Jährige Schauspielerfahrung in der Serie „Die Kinder vom Alstertal“ sammeln. Ehrenamtlich engagiert sich Janina Uhse seit November 2011 als Schirmherrin des Vereins jungundjetzt e.V. für Kinder und Jugendliche. Über das Projekt des Vereins jugendnotmail.de hatten wir hier bereits berichtet. Ihm Rahmen einer Charity-Aktion sammelt jugendnotmail.de derzeit Geld für die dringend erforderliche Aktualisierung der Beratungsplattform. Auf dem Wohltätigkeits-Event traf ich Janina Uhse letzte Woche und hatte die Gelegenheit, mich mit ihr über ihr Engagement zu unterhalten.

Woher kam Ihre Motivation zur Zusammenarbeit mit dem Verein jungundjetzt e.V.?

Janina Uhse:
Meine Rolle der Jasmin wird in der Serie von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht. Ich habe infolge dieser Geschichte viele Briefe von Fans der Serie bekommen, die mich um Hilfe baten, weil sie in einer ähnlichen Situation waren. Gerade jüngere Fans können oft nicht zwischen meiner Rolle und mir als realer Person differenzieren und denken, ich kann ihnen helfen. Doch ich bin keine Psychologin und kenne die Grenzen meiner Kompetenzen. Meine „Serienmutter“ Ulrike Frank erzählte mir daraufhin von ihrem Engagement für jugendnotmail.de und jungundjetzt e.V., und ich übernahm vor drei Jahren von ihr die Schirmherrschaft für den Verein. So konnte ich guten Gewissens die Anfragen meiner Fans an die professionell geschulten Berater von jugendnotmail.de weiterleiten. Die Psycholog_innen und Sozialpädagog_innen bearbeiten hier anonym und vertraulich jede Anfrage.

Wie unterstützen Sie den Verein?

Zunächst versuche ich immer wieder auf den Verein aufmerksam zu machen und Sponsoren zu gewinnen. Als Schirmherrin sammle ich regelmäßig Geld, zum Beispiel bei der Kocharena auf VOX. Oder ich trete bei Autogrammstunden auf, und der Veranstalter zahlt dann statt eines Honorars eine Spende an jugendnotmail.de.

Gibt es konkrete Pläne für 2014, die Sie uns schon verraten können?

Man sollte unsere Facebookseite gut im Auge behalten. Wir haben viele Pläne, die wir dort auch ankündigen. Wir werden die Sozialen Medien in Zukunft in größerem Umfang nutzen, der Verein wird dahingehend auch sein Team verstärken. Und wir werden die Kooperation mit dem Kinderhilfswerk weiter ausbauen.

Wozu wird das Geld benötigt, das Sie im Moment sammeln?


Die Beratungsplattform von jugendnotmail.de ist mittlerweile 13 Jahre alt. Seit Anfang 2013 verzeichnen wir einen besonders starken Anstieg der Notmails, sodass das Team den Ansturm nicht mehr in der vorgegebenen Bearbeitungszeit von 24 Stunden bewältigen kann. Wir stocken gerade auf 80 bis hundert Berater_innen auf. Und sobald wir online gehen, haben wir zehn neue Notmail-Anfragen täglich. Unsere Berater_innen sitzen über ganz Deutschland verteilt und jeder kümmert sich persönlich um seine Fälle, auch Altfälle werden weiter von ein und derselben Person betreut. So hat jeder Ratsuchende immer einen festen Ansprechpartner. Das ist eine riesige Logistikleistung, die die jetzige Plattform nicht mehr leisten kann. Außerdem möchten wir für eine schnellere und vielschichtigere Kommunikation einen Chat einrichten. Für all das benötigen wir insgesamt 45.000 Euro. Gut 26.000 Euro haben wir schon zusammen.

Hätten Sie sich als Jugendliche selbst so ein Angebot gewünscht?


Für Freunde von mir auf jeden Fall! Einige Menschen in meinem Umkreis haben sich bei Problemen leider andere Ventile gesucht. Ich selbst hatte zum Glück keine gravierenden Probleme, aber auch für die kleinen „Notfälle“, wie wir sie alle als Jugendliche hatten, hätte ich mir damals schon so eine Möglichkeit der anonymen, unkomplizierten und kostenlosen Beratung gewünscht. Und ich bin sehr froh, dass es dieses Projekt heute gibt.

Vielen Dank für das Gespräch!


Hier bekommen Sie weitere Informationen zum Verein jungundjetzt e.V. und zu jugendnotmail.de. Spenden sind möglich über diese Seite. Nach neuesten Berichten, soll nicht nur die Beratungsplattform neu programmiert, sondern auch ein Relaunch der Website jugendnotmail und jungundjetzt.de umgesetzt werden, um mehr dem Zeitgeist der Jugendlichen zu entsprechen.

Die Protagonisten auf dem Charity Event: Claudine Krause, jugendnotmail.de, Thomas Mampel, Stadtteilzentrum Steglitz, Janina Uhse, GZSZ, Holger Hofmann, Deutsches Kinderhilfswerk

Foto: Anna Schmidt, Stadtteilzentrum Steglitz

 Das Ergebnis der Veranstaltung:


 

 

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