Die Wanderausstellung im Theater TAK im Aufbauhaus/ Foto: Freie Hilfe Berlin e.V.

Irina Meyer
Irina Meyer Eltern Fachöffentlichkeit & Politik
Montag, 15. Mai 2017
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Irina Meyer Eltern Fachöffentlichkeit & Politik

#paritaetfamilie: Familienorientierte Angebote für Inhaftierte

Drei Fragen an Anja Seick, Projektleitung beim Träger Freie Hilfe Berlin e.V.

1. Mit welchen Angeboten unterstützen Sie straffällige Mütter und Väter?

Durch unsere Beratungsangebote unterstützen wir gezielt inhaftierte und haftentlassene Väter und Mütter, sowie deren Familienangehörige innerhalb als auch außerhalb der Haftanstalten.

Schwerpunkt hierbei sind Fragen wie:

• Wie kann ich trotz Inhaftierung Sorge für das gemeinsame Kind übernehmen?

• Wie kann ich meinem Kind angemessen die derzeitige Abwesenheit erklären?

• Was kann ich tun um meine Familie weitestgehend zu unterstützen?

• Wo kann sich meine Familie mit den durch die Inhaftierung einhergehenden Problemen hinwenden?

Weiterhin unterstützen wir durch Gruppenangebote inhaftierte Mütter und Väter. Wesentlich ist hierbei die Vermittlung von Eltern/Erziehungskompetenzen. Durch Gesprächsgruppen ermöglichen wir auch den Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Die Eltern-Kind-Bindung wird durch gemeinsame Veranstaltungen gestärkt. Insbesondere unsere Vater-Kind-Gruppe in der JVA Moabit hat zum Ziel den körperlichen/spielerischen Kontakt zwischen Vater und Kind zu ermöglichen, um eine vorhandene Bindung aufrecht zu erhalten und damit dem Recht des Kindes auf angemessenen Umgang zu ihrem Elternteil gerecht zu werden. Durch unsere Wanderausstellung zu dem Thema sensibilisieren wir die Öffentlichkeit für die besonderen Bedarfe der Kinder von Inhaftierten.

2. Wie können die familiären Bindungen während der Inhaftierung gefördert werden?

Bindung entsteht durch Nähe, so kann sie insbesondere durch gemeinsame Erlebnisse und Zeit gefördert werden. Die normalen Besuchstermine sind dafür nicht ausreichend und auch nicht kindgerecht. Durch gemeinsames Spielen/Basteln/ Essen, wie wir es in unseren Gruppen anbieten, kann trotz der schwierigen Situation eine kindgerechte Begegnung zwischen Vater und Kind ermöglicht werden. Nähe und Körperkontakt sind essentiell um eine Eltern-Kind-Bindung zu schaffen bzw. aufrecht zu erhalten.

3. Was wünschen Sie sich zum Tag der Familie für die die von der Inhaftierung ihrer Eltern betroffenen Kinder?

Wir wünschen uns den Ausbau von Eltern-Kind-Gruppen für die Haftanstalten, um einen angemessenen Rahmen für die Kontaktgestaltung der Familien zu ermöglichen. Schön wäre es, wenn hierfür Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, welche den Besuch für die Kinder angenehmer machen. Weiterhin wünschen wir uns für die betroffenen Kinder eine breite Öffentlichkeit rund um das Thema zu schaffen, damit es enttabuisiert wird und Kinder die Möglichkeit erhalten über Ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Dies ist ein wichtiger Faktor, um einen guten Umgang mit einem solch schwerwiegenden Einschnitt ins Familienleben zu finden.

 

Das Interview führte Irina Meyer, Referentin für Straffälligen- und Opferhilfe, Schuldner- und allgemeine Sozialberatung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.

 

 

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