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Anne Beyer
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Dienstag, 19. April 2016
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Projekt des Monats April: die Kindergruppe „Chaoskreativ“

Junge Studierende engagieren sich ehrenamtlich für Roma-Kinder

Die zehn Kinder im Alter von acht bis elf Jahren haben eines gemeinsam: Sie sind vor einiger Zeit mit ihren Familien aus einem rumänischen Romadorf nach Berlin gezogen und leben nun in dem Häuserkomplex der Harzer Straße in Berlin-Neukölln, welcher sich „Arnold Fortuin Haus“ nennt. Gemeinsam mit fünf StudentInnen, die sich hier ehrenamtlich engagieren, basteln, malen und fotografieren sie als die „Chaoskreativen“.

Im Sommer 2014 lernten die fünf befreundeten StundentInnen über einen Kontakt den AspE e.V. kennen. Der Jugendhilfeträger engagiert sich u.a. in seinen FamilienForen für Familien aus Südost-Europa mit und ohne Roma-Hintergrund. In der Harzer Straße 65 wurde bereits 2012 das FamilienForum Harzer Kiez im Arnold Fortuin-Haus gegründet, in dem rund 500 Menschen – viele von ihnen Roma – leben. Im Juli letzten Jahres fuhren Clémence, Dior, Elsa und Moritz zusammen mit weiteren Freunden und einer Gruppe der Bewohner nach Fântânele in Rumänien, dem Heimatdorf der meisten Roma aus der Harzer Straße. Die fünf wollten das Leben und die Menschen dort kennenlernen und gemeinsam mit AspE eine neue Jugendbegegnungsstätte einweihen. „Vor allem zu den Kindern haben wir sehr schnell Kontakt geschlossen und dort vor Ort jeden Tag mit ihnen gebastelt, musiziert und Fahrräder repariert“, erzählt Moritz. Ihre Erlebnisse haben die jungen Leute in einem eigenen Blog festgehalten: europadorf.wordpress.com.

„Als wir zurückkamen, war sehr schnell klar, dass wir uns weiter engagieren wollen. Und so haben wir jetzt dieses Kreativprojekt gestartet.“ Obwohl sie keine Erzieherausbildung haben, haben sie die Rasselbande gut im Griff. Verständigungsprobleme gab es nie. Die meisten der Kinder können bereits gut Deutsch und lernen auch durch diese Kreativnachmittage schnell neue Begriffe. „Es ist hier immer ein wenig chaotisch, aber es macht einen riesen Spaß. Die Kinder sind unglaublich süß und haben eine tolle kreative Energie. Sie sind so neugierig und wollen lernen und ausprobieren – egal ob es nach Plan läuft oder nicht. Man wird dabei ein bisschen wieder selbst zum Kind“, erzählt Moritz begeistert.

Seit Ende 2014 fanden diese Kreativnachmittage jeden Dienstag in der AspE-Kita Kleine Herzen statt. Es werden Kekshäuser mit Gummibärchen gebaut und Bilder gemalt. „Das letzte Große Projekt war die visuelle Tagebuchgeschichte, bei dem wir den Kids Einwegkameras in die Hand gedrückt hatten und sie ihren Kiez fotografierten. Bei der Eröffnungsausstellung des Aufbau Hauses durften wir eine kleine Fotostrecke der Kids kuratieren. Danach haben wir Vogelpappmaché-Skulpturen gebaut, und in den Herbstferien gab es noch ein Tonskulpturenprojekt“, erzählt Moritz.

Zurzeit arbeiten die StudentInnen an ihren Abschlussarbeiten, weshalb die Kreativnachmittage leider pausieren müssen. „Ich könnte mir aber vorstellen, sofern wir das organisatorisch hinkriegen mit Semester-, Schulferien und Auslandsaufenthalten, Ferienkurse oder Projekte in kürzeren Zeiträumen zu realisieren. Mal schauen, was sich da machen lässt. Wir wollen weitermachen“, so Moritz.


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