Bild: contact–Jugendhilfe und Bildung gGmbH

Anne Beyer
Anne Beyer Inklusion Jugendarbeit Kinder & Jugendliche Fachöffentlichkeit & Politik Projekt des Monats
Donnerstag, 31. März 2016
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Anne Beyer Inklusion Jugendarbeit Kinder & Jugendliche Fachöffentlichkeit & Politik Projekt des Monats

Projekt des Monats März: Inklusiver Abenteuerspielplatz

...der contact–Jugendhilfe und Bildung gGmbH

Wir möchten hier, auf unserem Blog, jeden Monat ein konkretes Projekt aus dem Bereich Jugendhilfe vorstellen, das in unseren Augen mehr Aufmerksamkeit verdient. Diesen Monat wählte das Redaktionsteam den Inklusiven Abenteuerspielplatz der contact–Jugendhilfe und Bildung gGmbH zum Projekt des Monats. Das haben wir zum Anlass genommen, noch einmal nachzufragen, was sich seit der Eröffnung im letzten Jahr entwickelt hat.

Alle Fotos: contact Jugendhilfe und Bildung gGmbH

Seit September 2015 gibt es neben dem Kinder- und Jugendbetreuungshaus der contact–Jugendhilfe und Bildung gGmbH einen Inklusiven Abenteuerspielplatz. Das Motto der Einrichtung lautet: „Gemeinsam stark für jeden Einzelnen!“ Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Nationalitäten, Religionen, sexuellen Identitäten und finanziellen Hintergründen mit und ohne Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen nutzen das Haus mit seinen Angeboten.

„Von der Willkommenskultur zur Willkommensstruktur: Derzeit wird der Spielplatz weiter ausgebaut, vor allem auch für die weitere Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Familien mit Fluchterfahrung“, berichtet Silke Rudolph, Teamleiterin des Kinder- und Jugendbetreuungshauses und des Inklusiven Abenteuerspielplatzes. Um auch den AnwohnerInnen dieses Thema näherzubringen, sind zwei Informationsabende geplant, an denen vorgestellt werden soll, wie das Kinder- und Jugendbetreuungshaus und der Abenteuerspielplatz zukünftig unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen einen besonderen Schutz und ein Zuhause ermöglichen sollen (am 04.03.2016 und 11.03.2016 jeweils um 17.30 Uhr). Ermöglicht wurde die bisherige Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Familien mit Fluchterfahrung durch eine intensive Netzwerkarbeit mit verschiedenen Akteuren im Sozialraum: Willkommensklassenkoordinator für Grundschulen in Steglitz-Zehlendorf, Lehrerinnen aus Willkommensklassen und MitarbeiterInnen der Gemeinschaftsunterkünfte. Diese Kooperationen werden zukünftig intensiviert und um weitere NetzwerkpartnerInnen ausgebaut.

Seit Dezember 2015 kommen zwei bis dreimal wöchentlich sieben bis elf Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft der Goertzallee und der Thielallee auf den Spielplatz und ins Kinder- und Jugendbetreuungshaus. Es wird gemeinsam Mittag gegessen, gespielt, gelacht, gestaltet, gelernt und gestritten. Dieser Annäherungsprozess wird behutsam gestaltet, sodass sich alle Kinder wohlfühlen und Zeit haben, sich gegenseitig kennenzulernen. Das Gelände wird auch verstärkt als außerschulischer Lernort im Vormittagsbereich durch Schulen genutzt.

Ende Januar gab es den „Tag der offenen Tür“. Unterschiedliche Familien und Kinder begegneten sich spielerisch. Beim Bewegungs- und Sinnesparcour wurde miteinander geschmeckt, gerochen, getastet, gesehen und gehört. Zugleich wurden Gedächtnis und Sprache trainiert.

In der Projektwoche „Zeit für Phantasie und Abenteuer“ wurde der „Sinnesparcour für Klein und Groß“ angeboten. Da reine Wissensvermittlung für Kinder und Jugendliche häufig nüchtern und unattraktiv wirkt, zielte das Projekt auf ein Erleben und Entdecken mit allen Sinnen ab. Damit wird Lernen zu einem interessanten und spannenden Prozess. Zudem können die Erfahrungen viel besser und schneller im Gedächtnis gespeichert werden. Für jeden Bereich der fünf Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen) gab es auf dem Sinnesparcour etwas zu entdecken.


In der Projektwoche „Unsere Heimat, Familie und Freunde“ gestalteten die Kinder in Zusammenarbeit mit einer Kunststudentin jeweils einen Brief an einen „Kunstfreund“ oder eine „Kunstfreundin“ in Jordanien – mit dem Thema „Mein Lieblingsort“. Die Kinder brachten ihre Träume, Vorstellungen und Gedanken aufs Papier und erhielten zwei Wochen später einen Brief aus Jordanien. Die Briefe wurden gemeinsam besprochen, in der Hoffnung, dass die Freundschaften erhalten und ein fortlaufender Austausch bestehen bleibt. In dieser Projektwoche wurden Kiezspaziergänge für die neuen BesucherInnen unternommen, Patenschaften übernommen, Filme aus den Herkunftsländern der Kinder mit Fluchterfahrung geschaut sowie die Ausstellung „Vom Acker bis zum Teller“ in der Domäne Dahlem besucht.

Der Bau der Indoor-Werkstatt ist weiter vorangeschritten und wird im Frühjahr eröffnet. Dann werden auch ein Klangspiel, ein Rollikarussel und die Sommerküche den Spielplatz bereichern. „Im Sommer planen wir  ein Sommercamp mit Zeltübernachtung und mit dem Erwerb eines ,Sozialführerscheins'“, ergänzt Silke Rudolph.

Wir von jugendhilfe bewegt berlin wünschen dem Team auch weiterhin viel Erfolg!

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