Foto: Mittelhof e.V.

Bernd Kipp
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Freitag, 14. April 2017
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Sarggeschichten – Filme über Trauer, Tod und Sterben

Braucht man zum Sterben einen Arzt? Was ist eine Hausaufbahrung? Wie macht man eine tolle Trauerfeier? Die „Sarggeschichten“ zeigen es Euch!

Sarah Benz ist im Mittelhof e.V. aktiv und bietet ein Trauercafé, Trauerberatung und Veranstaltungen zu den Themen Sterben - Tod -Trauer an. Hier erzählt sie von ihren

“Sarggeschichten”:

 

Foto: Mittelhof e.V.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Trauergruppen und Beratungsangeboten für junge Menschen, die akut trauern. Andere Informations- und Aufklärungsangebote für Kinder und Jugendliche gibt es jedoch nur wenig. 

Viele informieren sich heute über verschiedenste Themen im Internet, z.B. auf YouTube. Es gab bisher kein Filmformat, das kontinuierlich und professionell zu den Themen Sterben, Tod und Trauer aufklärt, begleitet und dabei leicht zugänglich ist. 

Diese Lücke schließen Sarah Benz, Jan Möllers und Karen Admiraal mit einer Serie von Kurzfilmen. Mit bunten Farben, Humor und Herzenswärme geben die Drei Impulse, die Mut machen sollen, sich Sterben, Tod und Trauer ins Leben zurückzuholen und dort dann zu gestalten.

“Wir möchten erstmal vermitteln was man eigentlich alles machen kann, damit sich die Leute dann fragen können, was ihnen denn selbst wichtig ist”, sagt Sarah.

Sie selbst ist neben einem Friedhof aufgewachsen und hat als Kind dort oft gespielt und sich mit den Trauernden unterhalten, die dort die Gräber ihrer Verstorbenen gepflegt haben. So hat sie früh erfahren, dass Freude und Traurigkeit natürliche Teile des Lebens sind.

“Ich denke es steckt ein großer Reichtum darin, sich mit allen Gefühlen befassen zu können. Bei Kindern merkt man oft, denen wird wenig Raum gegeben für negative Emotionen. Wir wollen sie schnell wieder fröhlich machen, aber die anderen Gefühle bedürfen auch einer Würdigung. Wenn Kinder erfahren, dass sie traurig oder wütend sein dürfen, können sie viel besser lernen damit umzugehen. Der Umgang mit Verlusten ist doch lebenswichtig für uns, und das ist eine Fähigkeit, die man fördern kann.”

 

Foto: Mittelhof e.V.

In einer Folge der Sarggeschichten erzählen verschiedene Menschen, wie sie ihrem Verstorbenen einen Platz im Leben geben. Eine Frau trägt die Hosen ihres Mannes, um sich ihm nah zu fühlen. Eine junge Mutter hat sich ein Kissen mit dem Bild von ihrer Tochter gemacht, weil sie es so vermisst mit ihr zu kuscheln. Freunde treffen sich immer am Todestag des verstorbenen Freundes und kochen zusammen sein Lieblingsessen. So wird Trauer greifbar und sichtbar.

Mittlerweile gibt es 8 Filme und eine rege Social Media Präsenz auf Facebook, Instagram und Twitter. “Es ist wirklich toll, wie viele Menschen uns schreiben mit Fragen oder Anregungen.” sagt Sarah,” sogar aus der Schweiz oder Österreich werden unsere Filme in Schulen gezeigt. Daran merken wir auch, dass unsere Themen für junge Menschen wichtig sind. Man denkt ja erstmal, der Tod ist eher etwas für Ältere, aber auch Jugendliche verlieren wichtige Menschen und setzten sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinander. Wir wollen, dass es dafür in unserer Gesellschaft wieder eine Kultur gibt und mit den Sarggeschichten ein bisschen Lockerheit und Farbe in ein Thema bringen, über das nicht gern gesprochen wird.”

Die Filme stehen allen Menschen frei zur Verfügung und finden sich auf der Homepage des Projektes www.sarggeschichten.de und auf YouTube:

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