Therapiearbeit mit Eulen: Die 15-jährige Dilara ist fasziniert vom „Eulenkuscheln“. Fotos: Nina Meingast

Nina Meingast
Nina Meingast Kinder & Jugendliche Eltern Wissenschaft Top-Beitrag Fachöffentlichkeit & Politik Inklusion Jugendarbeit
Dienstag, 27. Juni 2017
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Therapiearbeit mit Eulen: staunen, halten und kuscheln

Einmaliges Erlebnis im Sonnenhof mit kleinen und großen Waldvögeln

Als Achim Häfner die fünf Holzkisten aus seinem Transporter auslud und auf den langen Konferenztisch im Gartenhaus der Björn Schulz Stiftung stellte, folgten ihm zahlreiche Kinder und deren Eltern schon mit freudiger Erwartung und großen Augen: Die Stiftung hatte ihre Gäste aus dem stationären Kinderhospiz, dem Sonnenhof, zum Eulenkuscheln eingeladen. Zudem nahmen Kinder aus den ambulanten Hilfen mit ihren Einzelfallhelfern teil, darunter auch die fünfzehnjährige Dilara, die es kaum erwarten konnte, einen der faszinierenden Vögel auf der Hand zu halten und ihm über das Gefieder zu streicheln.

Nicht nur die Eulen faszinierten sie, sondern auch ihr Herr und Hüter, der Falkner Achim Häfner, hatte es ihr angetan und wurde schnell zu ihrem Freund.

Hauptsächlich ist Häfner mit seinen Vögeln auf Falknershows und Mittelalterfesten in ganz Deutschland unterwegs. Der „Falkner der Herzen“, wie er sich nennt, brennt zudem leidenschaftlich für seine Therapie-Arbeit mit Kindern, alten und sterbenden Menschen. Von seiner Heimat Neustadt in der Pfalz aus fährt er in Kindergärten und Grundschulen, in Altenheime und Behinderteneinrichtungen und engagiert sich ehrenamtlich als Botschafter für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Stefan Krämer, pädagogischer Leiter im Berliner Sonnenhof, lernte ihn und seine Arbeit auf einem dortigen Treffen der pädagogischen Leiter verschiedener Kinderhospize kennen. Für ihn war klar: Auch die Kinder, die die Björn Schulz Stiftung begleitet, sollten die Eulen aus nächster Nähe erleben. Die Chance kam, als Häfner zu einem Mittelalterfest nahe Berlin reiste.

 

 

„Eulen wirken durch ihre ruhige Art auch sehr beruhigend auf aktive und beeinträchtigte Kinder. Das wusste ich durch Achims Erzählungen und konnte es nun selbst eindrucksvoll beobachten“, sagt Krämer.

Sobald der Handschuh, an dem die Eulen festgemacht waren, angezogen war, wurden die Kinder schnell ruhig und fokussiert. Begeisterung, Freude und Staunen erschienen auf ihren Gesichtern – auch Respekt vor den faszinierenden Lebewesen mit ihrem tiefen Blick.

Die Eulen verfehlten auch ihre Anziehungskraft auf uns Mitarbeiter*innen des Hauses nicht – von der weißen Schnee-Eule, die an Harry Potter erinnerte, bis zu einer sehr kleinen Eule mit buschig wirkenden Augenbrauen, "die aber grimmig guckt", wie Dilara zunächst ein wenig skeptisch befand, dann aber sehr schnell und mit großem Entzücken feststellte, "wie süüüüüüüß" sie doch sei. Sie wurde ausgiebigst betrachtet, gestreichelt und gekuschelt. Neben den erkrankten Kindern freuten sich auch deren Geschwister über den Kontakt. "Oh, ist das Gefieder weich und flauschig" meinte ein Mädchen erstaunt.

Achim Häfner ging sehr humorvoll und direkt mit den großen und kleinen Eulenfans um, denn „Inklusion muss laut sein", sagte er denn auch entsprechend hörbar und nahm auch sonst kein Blatt vor den Mund, so dass an diesem Nachmittag sehr viel gescherzt, gelacht und gelernt wurde und er im Sonnenhof eine wunderbare Erfahrung mit seinen Eulen ermöglichte.

 

Über die Björn Schulz Stiftung

Wenn ein Kind so schwer erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen. Seit 1996 bietet die Björn Schulz Stiftung Hilfe für lebensbedrohlich und lebensverkürzt erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien an. Es gibt bundesweite Projekte sowie ambulante und stationäre Dienste. Die Arbeit der Björn Schulz Stiftung wird zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Die Stiftung ist Träger des DZI-Spendensiegels.

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Beliebtheit: 0  Nina Meingast - Vor 3 Wochen 5 Tagen  · 

Ich gebe das Interesse sehr gerne an Hr. Häfner auch von unserer Seite aus weiter. Denn es war wirklich ein sehr schönes und besonderes Erlebnis - nicht nur für die Kinder, sondern auch wir Mitarbeiter/innen der Björn Schulz Stiftung waren von den verschiedenen
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Eulen fasziniert.
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Beliebtheit: 0  barbara winter - Vor 1 Monat 2 Tagen  · 

Im SOS-Kinderdorf Berlin haben wir schon viele positive Erfahrungen mit tiergestützter Pädagogik gesammelt, mit Hunden, Pferden und auch ein paar Hühnern. Das Angebot mit den Eulen ist aber der Bringer! Das war ganz offensichtlich ein besonderes Erlebnis.
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Wenn Herr Häfner mal wieder Richtung Berlin fährt, würden wir ihn gerne einladen.
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Beliebtheit: 0  Sarah Jakob - Vor 3 Monaten 1 Woche  · 

Therapiearbeit mit Tieren empfinde ich als sehr wertvoll und gut, wie dieses Erlebnis auch wieder zeigt. Ich finde, dass Tiere dem Menschen viel geben können wie z.B. Liebe oder wie auch im Beitrag beschrieben Ruhe und Konzentration. Ich denke, dass alle beteiligten
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Personen dieses Erlebnis als ein sehr schönes in Erinnerung behalten werden und so etwas gern wiederholen möchten. Ich finde es toll, dass Herr Häfner in verschiedene Einrichtungen geht und den Menschen dieses besondere Erlebnis ermöglicht und ihnen somit z.B. Freude und Kraft gibt.
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