Im Rahmen des Programms „High Five! jugendrechte im quartier“ des SOS-Kinderdorf Berlin, fanden im Sommer die ersten Workshops statt. Foto: SOS-Kinderdorf Berlin

Reni Pischke
Reni Pischke Jugendarbeit Stadtteilarbeit Kinder & Jugendliche Eltern Fachöffentlichkeit & Politik Top-Beitrag
Montag, 10. September 2018
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Voller Erfolg: SummerSchool zum Thema Kinder- und Jugendrechte

Im Rahmen des Programms „High Five! jugendrechte im quartier“ des SOS-Kinderdorf Berlin, fanden Mitte Juli die ersten „Sun & Fun Workshops“ statt. Bei allen Workshops, ob nun „Kunst & Malerei“, „Hands on mit Holzexperimenten“, „Gesund und fit FÜR Moabit“, oder auch „Sexperten. Let`s talk about Sex“, wurde sich dabei auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Thema KINDER- und JUGENDRECHTE auseinander gesetzt und es entstanden vielfältige Texte, Holzskulpturen, Leinwandbilder sowie ein gestärktes Bewusstsein für eigene Mitsprache und Rechte.

Am Ende der 14-tägigen Workshop-Zeit war es Tenor, dass die jungen Moabiter eine „Stimme“ haben, die im Kiez und darüber hinaus gehört werden kann. Grundlage aller Workshops waren die UN-Kinderrechte, für die sich SOS-Kinderdorf auch auf politischer Ebene stark macht.

Ein kleiner Einblick in das Workshop-Geschehen, Meinungen und Ergebnisse:

Der Workshop „Kieztour – was geht ab in Moabit?!“ inspirierte die Teilnehmer*innen, sich mit besonderen Orten in Moabit und mit mehreren Kinderrechten auseinanderzusetzen. Nachdenklich stimmte der Besuch des Gedenkortes „Güterbahnhof Moabit“. Der ehemalige Güterbahnhof war in der NS-Zeit Ort des Schreckens. Mehr als 30 000 Menschen wurden von hier aus in Ghettos und Vernichtungslager gebracht. „Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt werden“. Dieses Recht fanden die Jugendlichen eines der wichtigsten Kinderrechte überhaupt.

Für das „Recht auf Bildung“ entschied sich die Gruppe „Hands on! Holzexperimente” Teilnehmer Kamyab  erzählte, dass Kinder im Iran oftmals bereits im Alter von 8 Jahren als Müllarbeiter Geld verdienen müssen anstatt zur Schule zu gehen. Gemeinsam entschied man sich, Rahmen zu bauen. In der zweiten Woche ging es um den „Schutz der  Privatsphäre“. Die Teilnehmer*innen bauten Kisten mit Deckeln. Teilnehmer Gassan war begeistert: „Darin kann ich alles verstauen, was andere nichts angeht!“

Im Workshop „That´s me! Kunst & Malerei”, mit der bekannten Künstlerin Katharina Schnitzler, hatte man sich für das Recht auf  „Freie Meinungsäußerung“ entschieden. Die überzeugte Moabiterin Jasmin war der Meinung: “Nur wer sich selbst liebt, kann zu sich stehen und seine Meinung sagen!“. Ihr Kollege Tobias fand den Kunstworkshop eine gelungene Abwechslung, um  sich „in den Ferien mit Fragen zu beschäftigen, die für jeden enorm wichtig sind.“  Er ist prompt in der zweiten Woche wiedergekommen, um noch einen zweiten Wochenworkshop zu besuchen.  

„Gesund und fit FÜR Moabit!“ vermittelte den Teilnehmer*innen Wissen über das  Recht auf Gesundheit, Ernährung, Sport und Kenntnis über Wohlfühlorte in Moabit . Highlight war der Besuch des Kletterzentrums des Deutschen Alpenvereins. Auch das Herstellen von Pesto wurde begeistert erprobt. Gemeinsam wurde über gesunde Lebensweisen diskutiert (Schlaf, Ernährung, Entspannung, Bewegung), gekocht und miteinander gegessen. Liebe geht bekanntlich durch den Magen, Wissensvermittlung und Gesundheit in diesem Fall auch. Vom Einfachen das Beste – der Workshop hat den Teilnehmer*innen gezeigt, dass auch eine gesunde Lebensweise große Kunst sein kann.

Neben den bestehenden Kinder- und Jugendrechten wurde während der Summer School auch überlegt, welche Rechte den Teilnehmern*innen noch fehlten. Wie können die bestehenden Kinder- und Jugendrechte ergänzt werden?  Die Antwort fand man beim Thema ‚Sexuelle Identität und Selbstbestimmung‘. Wie fühle ich mich wohl, wie setze ich Grenzen? Behutsam reflektierte die Gruppe „Sexperten. Let´s talk about Sex“ diese Themen miteinander, um einen Vorschlag zu erarbeiten, der das Recht auf Anerkennung aller sexuellen Orientierungen beinhaltet. Mitbestimmung, Schutz vor sexueller Gewalt, Geborgenheit, keine Benachteiligung  und gleiche Rechte für alle Kinder und Jugendliche standen hierbei im Fokus der Überlegungen.

Der Abschluss wurde mit einer Präsentation der Workshop-Ergebnisse und einem Grillfest gefeiert. Auch Projektleitung Susanne Lange hat die Summer School viel Spaß gemacht, „weil nicht nur interessante und unterschiedliche Ergebnisse erzielt wurden, sondern die Arbeitsatmosphäre kreativ, von guter Stimmung, konzentrierter Auseinandersetzung mit dem Thema Kinder- und Jugendrechte und lebhaften Dialogen geprägt war.“

Gleichzeitig dienten die Workshops als Vorbereitung für die erste Jugendversammlung. Rechte haben, die Stimme erheben und mit der eigenen Meinung gehört werden – darum wird es am 31. Oktober in der Jugendversammlung gehen.

Alle Interessierten sind eingeladen sich beim Projekt zu beteiligen: Wöchentlich findet ein Treffen in der BOTSCHAFT FÜR KINDER statt: Immer montags zwischen 16 und 18 Uhr. Kommt vorbei!

Mehr Informationen unter: www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-berlin/angebot-berlin/high5

„HIGH FIVE! jugendrechte im quartier“ wird im Rahmen des Programms Bildung im Quartier von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen aus EFRE-Mitteln gefördert.

www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-berlin/angebot-berlin/high5

 

 

 

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