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Barbara Brecht-Hadraschek
Barbara Brecht-Hadraschek Wirkungsorientierung in der Praxis Hilfen zur Erziehung Sozialraumorientierung Fachöffentlichkeit & Politik Wissenschaft Top-Beitrag
Samstag, 08. April 2017
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Barbara Brecht-Hadraschek Wirkungsorientierung in der Praxis Hilfen zur Erziehung Sozialraumorientierung Fachöffentlichkeit & Politik Wissenschaft Top-Beitrag

Wirkungsorientierung in der Praxis

Erfahrungen der tandem BTL gGmbH im Kooperationsprojekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin e.V. mit der PHINEO gAG

1) Warum beteiligen Sie sich an dem Projekt?

Wir hatten mehrere Gründe, an dem Projekt teilzunehmen. Zum einen sahen wir eine große Chance, mit der Wirkungsorientierung unser Qualitätsmanagement-System weiterzuentwickeln. Die Wirkungsorientierung gibt uns ganz neue Instrumente an die Hand, mit denen wir unsere Arbeit analysieren und reflektieren können. Das hilft uns auch dabei, unsere Angebote und Methoden durch eine differenzierte Auswertung weiterzuentwickeln. Zum anderen wollten wir als lernende Organisation neue Handlungsmodelle erproben. Für unsere Mitarbeiter*innen hat es sich als wichtig erwiesen, über die Wirkungsorientierung Arbeitsergebnisse sichtbar machen zu können und hierüber Erfolgserlebnisse zu erreichen.

2) Was für Erfahrungen machen Sie bisher mit Blick auf Ihre Organisation?

Wir arbeiten zurzeit pilothaft in den Ambulanten Hilfen am Thema Wirkungsorientierung. Was sich jetzt schon zeigt: Wenn pädagogische Mitarbeiter*innen die Wirkungsorientierung kennen lernen, werden Vorurteile abgebaut. Die Mitarbeiter*innen gewinnen Sicherheit im Austausch mit anderen Fachkräften, was den Fachkräftedialog unterstützt. Außerdem erhalten sie einen umfassenden Blick auf die Lebenslagen und Ressourcen ihrer Klient*innen. Die Nachvollziehbarkeit der pädagogischen Prozesse hat sich als sinnvolle Bewertungsgröße für die Qualität der Arbeit erwiesen. Und Wirkungsorientierung kann von allen gut angenommen werden, da sie prozessorientiert angelegt ist im Unterschied zur Ergebnismessung. Außerdem arbeiten wir in den Ambulanten Hilfen pilothaft an einem Projekt zur wirkungsorientierten Mitarbeiter*innenführung. Für die Leitungskräfte erweist sich diese Herangehensweise als sehr hilfreich, da sie ihr Führungsverhalten und ihre Prämissen stets überprüfen und auch die Mitarbeiter*innen einbeziehen können.

3) Was für Erfahrungen machen Sie bisher mit Blick auf die Zielgruppe(n) Ihres Angebots/ Ihrer Angebote?

Die an der Projektgruppe beteiligten Klient*innen/Hilfen zeigen positive Entwicklungen. So konnte ein schwieriger Klient an der Regelschule verbleiben, ein anderes Kind im elterlichen Haushalt, was ein zentrales Ziel der Hilfen war. Uns ist natürlich bewusst, dass wir einen positiven Hilfeverlauf nicht allein auf das Pilotprojekt zurückführen können. Es war aber sicher hilfreich, dass unsere Mitarbeiter*innen im Pilotprojekt ihre Arbeit intensiv reflektieren konnten. Insgesamt haben sie viel Freude am Projekt und bringen gerne ihr neues Handwerkszeug ein.

4) Was erwarten Sie für Ihre zukünftige Arbeit?

Inzwischen haben wir nicht nur in verschiedenen Arbeitsbereichen Projektgruppen, sondern auch eine eigene Stelle für einen Wirkungsmanager eingerichtet. Dieser wird schrittweise das Wirkungsmanagement im gesamten Unternehmen einführen. Zwei unserer Bereichsleiter*innen haben bereits die Fortbildung zum Wirkungsmanager erfolgreich absolviert. Der Pioniergeist, der immer wieder in den Projektgruppen zu spüren ist, lässt uns hoffen, dass die Innovationskraft unseres Unternehmens dank der Wirkungsorientierung einen weiteren Energieschub bekommen wird.

 

Brigitte Bollinger ist Geschäftsführerin der tandem BTL gGmbH.

Claudia Freistühler arbeitet bei der tandem BTL gGmbH als Bereichsleiterin Ambulante Hilfen.

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