Anne Beyer
Anne Beyer Eltern Kinder & Jugendliche Fachöffentlichkeit & Politik Inklusion Medienkompetenz
Montag, 08. Dezember 2014
0
Anne Beyer Eltern Kinder & Jugendliche Fachöffentlichkeit & Politik Inklusion Medienkompetenz

Zusammenfassung Blogparade Inklusion

Wir haben uns über die Vielfalt der Beiträge sehr gefreut und bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für ihre Beiträge. Heute wollen wir noch einmal zusammenfassen, wer was geschrieben hat:


jugendhilfe-bewegt-berlin.de

Dr. Hans-Ullrich Krause und Tobias Beckmann stellten in ihren Beiträgen noch einmal deutlich die Bedeutung von Inklusion dar. Krause, u.a. Dozent an der Alice Salomon Hochschule Berlin, stellte noch einmal höchst eindringlich klar, dass jeder Mensch von Integrations- und Inklusionsprozessen betroffen sei. Im Laufe eines Lebens käme es immer zu Punkten, an denen man von der Gesellschaft ausgeschlossen werden könne, man denke nur an das Thema Altersarmut. Es käme in der Jugendhilfe vor allem auf die professionellen und menschlichen Haltungen an.
Tobias Beckmann beschrieb in seinem Blogbeitrag die Chancen und Grenzen der Arbeit mit hörgeschädigten Menschen. Gerade der Dolmetschereinsatz sei nicht immer einfach, obwohl ein Recht darauf in vielen Alltagssituationen bestände: "Eine wirkliche Inklusion erreichen wir nicht, wenn wir Kinder mit Hörschädigungen mit allen technischen Möglichkeiten und gebärdenkompetenten Helfer_innen an Regelschulen anmelden. Wo sind die Helfer_innen auf dem Pausenhof, beim Kindergeburtstag oder bei der Annäherung ans andere Geschlecht? Sollen Gespräche nur über Dritte laufen? Wirkliche Inklusion kann nur gelingen, wenn es ein Umfeld gibt, das mit dem Kind in seiner Sprache kommunizieren kann."

inklusionsfakten.de

Lisa Reimann fragte in ihrem Blogbeitrag „Wieso „verkauft“ sich inklusive Bildung so schleppend?“. Ernüchtert stellt sie fest, dass zwar in Fachkreisen viel über das Thema gesprochen wird, aber in der Realität der Schulen noch nicht viel davon angekommen sei. Laut einer aktuellen Studie hätten „nur 22 Prozent der Bevölkerung von der UN-Konvention überhaupt gehört“. Reimann führt zahlreiche Studien auf, die blegen, dass Förderschule eben nicht die bessere Variante ist, sondern Inklusion an Regelschulen.Sie stellt klar, dass Inklusion keine Option ist, sondern ein einklagbares Recht. Dafür fordert sie eine umfassende Aufklärungskampagne. "Inklusion - Yes we can"

„Alle Kinder, egal woher sie kommen, egal wie gut ihre Sprachfähigkeiten sind, ob sie eine Behinderung haben, ob sie sich selbständig bewegen können, ob sie einen deutschen Pass haben, ob ihre Eltern 350 oder 3 Bücher im Regal stehen haben, ob sie Insulinspritzen brauchen oder Schokoriegel als Pausensnack dabei haben, ob sie viel oder wenig Taschengeld im Sparschwein haben, ob sie überhaupt ein Sparschwein haben – alle müssen die Chance bekommen an Bildungsprozessen zu partizipieren. Nachteile müssen durch die Schule ausgeglichen werden.“


mampel.wordpress.com

Thomas Mampel, auch Redaktionsmitglied bei jugendhilfe-bewegt-berlin, schrieb auf seinem Blog darüber, dass „Inklusion“ immer noch ein recht sperriger Begriff für viele ist: „Doch irgendwann dämmerte auch mir, dass da was mit meinem Menschenbild, mit meiner Haltung nicht stimmte. Wieso reden wir von “uns” und von “denen”.“ Doch auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft  – nicht nur an der Schule – gäbe es noch viel zu tun. So führt Mampel z.B. auf: Leichte Sprache auch bei Ämtern und Formularen, Schulungen in Inklusionskompetenz, nicht nur für Lehrer, und neue Konzepte, Läden und Angebote, die sich auf die Bedürfnisse dieser Gesellschaft einstellen. Zusammenleben “all inclusive”!


www.sozialvernetzer.de

Über Inklusion im Netz schrieb Social-Media-Berater und Dozent für Medienkompetenz Sascha Dinse. Auch hier müsse es ein umfangreiches Umdenken geben: „Im Kontext des Internets beginnt das beim möglichst barrierefreien Aufbau von Websites, bei der Verwendung von Leichter Sprache, bestimmten Webstandards etc. – das Integrieren solcher Funktionalitäten ist teils aufwändig, verursacht Kosten und wird daher oft nur dort vorgenommen, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist.“ Besonders der raue Ton in Sozialen Netzwerken und Kommentarspalten sei kritisch zu betrachten: bisweilen herrsche ein menschenverachtender Ton vor. Inklusion setzt Bewusstsein voraus.

www.zollondz-kommunikation.de

Stefan Zollondz, Berater im Bereich Sozialwirtschaft, führt in seinem Beitrag „Inklusion fehlt Basis: Lehrer fühlen sich allein gelassen“ auch die Stolpersteine der Forderungen auf: Den LehrerInnen fehle es an vielen Stellen an Unterstützung und Ressourcen, um die Forderungen nach einem inklusiven Unterricht umsetzen zu können: zu viele Kinder in einer Klasse, mangelnde Fortbildungen, fehlende Stellen, straffe Lehrpläne, Überforderung u.s.w. Zollondz fordert auf der einen Seite, die Lehrkräfte mehr in den Prozess einzubeziehen und andererseits auch die SchülerInnen mehr zu beteiligen. Es ginge um einen Wechsel der Betrachtungsebene

www.einmischen.com

Ebenfalls kritisch äußert sich das Unabhängig Forum kritische Soziale Arbeit. Leere Worthülsen und „Inklusionslyrik“ würden in der Realität zu einigen Problemen führen. Nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch andere aus der Gesellschaft Ausgeschlossene hätten ein Recht auf Inklusion. Hier geht es um einen erweiterten Inklusionsgedanken, u.a. sozial Benachteiligte. Es dürfe nicht vergessen werden, dass viele Personen, die aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen würden, gar nicht in der Lage wären, ihr Recht auf Teilhabe einzufordern. Inklusion dürfe nicht in Gleichmacherei oder einem Sparmodell ausarten.

 

Noch nachträglich wird es in den kommenden Tagen noch ein/zwei Beiträge geben, die wir hier dann ergänzen werden.

Und zum Schluss noch ein passendes Video der Aktion Mensch, die übrigens ebenfalls parallel zu uns eine Blogparade zum Thema Inklusion veranstaltet haben und auch auf unsere Blogparade noch einmal hinweisen werden diese Woche. Ebenfalls sehr lesenswerte Beiträge!!!

Datenschutz und rechtliche Hinweise
Datenschutzbericht - 26.8.2016, 20:36:06
Https ist nicht aktiv
Datenbank ist auf dem gleichen Server
Cookies können akzeptiert oder verweigert werden AkzeptierenVerweigernCookies werden akzeptiert Cookies werden verweigert
Suchmaschinen indexieren keine Kommentare
Datenschutz könnte besser sein (50%)
2
Software policy
Diese Software hat keine bekannten Hintertüren oder Verletzbarkeiten die es Dritten erlauben würden Ihre Daten zu kopieren. Mehr zum Datenschutz dieser Kommentar- und Bewertungssoftware: www.toctoc.ch
Beitrag bewerten
Noch nicht bewertet.

keine.

Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar
Vorschau wird geladen ...
*: Pflichtfeld

Auf Facebook kommentieren

Ähnliche Artikel

26.08.2016|
Redaktionsteam Kinderschutz Kinder & Jugendliche Eltern Fachöffentlichkeit & Politik Top-Beitrag

Aktion 600 LEBEN – Prominente wollen Suizide verhindern

26.08.2016|
Anne Beyer News in der Jugendhilfe Jugendsozialarbeit Migration Eltern Fachöffentlichkeit & Politik

News in der Jugendhilfe

25.08.2016|
Barbara Meyer/ Andreas Schulz Angekommen in Berlin?! Jugendarbeit Migration Fachöffentlichkeit & Politik Wissenschaft Top-Beitrag

Neue Bilder braucht die Stadt (IV)